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Der Führerschein auf Probe wird 30

Wer seinen Führerschein macht, muss in den ersten zwei Jahren eine Probezeit bestehen.

1986 wurde der Führerschein auf Probe eingeführt – vor genau 30 Jahren. Seitdem gilt: Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis – ausgenommen sind die Klassen AM, L und T – wird eine Fahrberechtigung zwar regulär erteilt, bei einem Fehlverhalten drohen aber besondere Konsequenzen.

Die Probezeit dauert zwei Jahre. Sie beginnt mit der Erteilung der Fahrerlaubnis, das heißt, mit der Aushändigung des Führerscheins. Wenn statt des Führerscheindokuments ersatzweise eine befristete, nur im Inland geltende Prüfbescheinigung erteilt wird, beginnt damit die Probezeit. Das ist insbesondere beim Begleiteten Fahren ab 17 der Fall.

Wenn wegen eines schwerwiegenden Verkehrsverstoßes innerhalb der Probezeit die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet worden ist, verlängert sich die Probezeit um zwei auf insgesamt vier Jahre.

Eintragungspflichtige Verstöße, die im Fahreignungsregister mit Punkten bewertet werden, ziehen je nach Schwere des Delikts führerscheinrechtliche Konsequenzen nach sich. Konkret bedeutet das die Verurteilung zu einer Geldbuße ab 60 Euro, die Verhängung eines Fahrverbotes, den Entzug der Fahrerlaubnis oder die strafrechtliche Verurteilung im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr. Verstöße, die nicht mit Punkten geahndet werden (z. B. Falschparken), sind für den Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe nicht mit besonderen Maßnahmen belegt.

Die Tat muss innerhalb der Probezeit begangen worden sein. Auf den Tag der späteren Rechtskraft kommt es insofern nicht an. Es gibt zwei Gruppen von Verstößen, in die die Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten eingestuft werden: Zur Gruppe A gehören schwerwiegende Zuwiderhandlungen wie ein Rotlichtverstoß oder eine Alkoholfahrt. In der Gruppe B finden sich weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen wie ein Handyverstoß oder ein eventueller Verstoß gegen zulassungsrechtliche Vorschriften. Zwei Zuwiderhandlungen der Gruppe B entsprechen einem Delikt nach Gruppe A. Begeht der Führerscheininhaber einen in Gruppe A genannten Verstoß oder zwei Verstöße nach Gruppe B, bewirken die rechtskräftigen Entscheidungen, dass die Fahrerlaubnisbehörde aktiv wird.

Dreistufiges Sanktionssystem:

1. Stufe: Wer in der Probezeit eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat, wird zur Teilnahme am Aufbauseminar verpflichtet; die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

2. Stufe: Wer nach der Teilnahme am Aufbauseminar innerhalb der – nunmehr verlängerten – Probezeit erneut einen schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegende Verstöße begeht, wird schriftlich verwarnt. Dem Inhaber des Führerscheins auf Probe wird zudem nahegelegt, innerhalb von zwei Monaten (freiwillig) an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.

Stufe 3: Wer nach Ablauf dieser zweimonatigen Frist abermals einen schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegende Verstöße begeht, dem wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Generell gilt: Der Konsum alkoholischer Getränke während der Fahrt ist für den Inhaber des Führerscheins auf Probe verboten. Auch der Fahrtantritt unter der Wirkung alkoholischer Getränke ist nicht erlaubt. Dies ist der Fall, wenn der aufgenommene Alkohol zu einer Veränderung physischer oder psychischer Funktionen führen kann. In der Praxis wird das ab einem Wert von 0,2 Promille Alkohol im Blut oder 0,1 mg/l Alkohol in der Atemluft angenommen. Der Verstoß wird mit einem Regelsatz von 250 Euro sanktioniert und im Fahreignungsregister mit einem Punkt bewertet. Die rechtskräftige Ahndung der Tat führt zur Anordnung eines Aufbauseminars und Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre.

Wird die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet und wird die Kursteilnahme nicht in der gesetzten Frist (üblich sind zwei Monate) nachgewiesen, so ist die Fahrerlaubnis zu entziehen; sie darf erst bei Vorlage der Bescheinigung neu erteilt werden.

Habt ihr noch Fragen? Unsere ADAC Rechtsberatung (nur für ADAC Mitglieder) erreicht ihr unter 089/76762423 (Mo-Fr 8-18 Uhr). Weitere Infos, interessante Urteile und Rechtliches von A-Z findet ihr auch auf den Online-Seiten der ADAC-Rechtsberatung.


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